Information: Luftdichtheit / Blower Door Drucktest

Zur Begrenzung der Wärmeverluste bei Gebäuden lag bisher der Forschungsschwerpunkt auf der Minimierung der Transmissionswärmeverluste. Hochwärmegedämmte Konstruktionen und die optimale, möglichst wärmebrückenfreie Ausbildung von Bauteilanschlüssen werden bereits mit Erfolg in der Praxis angewendet. Der prozentuale Anteil der Lüftungswärmeverluste am Gesamtwärmeverlust eines Gebäudes nimmt somit zu. Aus diesem Grund ist die Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle eine wesentliche Voraussetzung für den bei Niedrigenergiehäusern geforderten niedrigen Jahres-Heizwärmebedarf und eine schadenfreie, langlebige Konstruktion.

Seit Anfang der 90er Jahre werden des-halb auch Anforderungen an die Luftdichtheit der Ge-bäude-hülle gestellt. Die DIN 4108-7 gibt als Grenzwerte n50=3,0 h-1 für Gebäude mit natürlicher Lüftung und n50=1,5 h-1 für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen vor. Der Wert n50 beschreibt, wie oft das Luftvolumen pro Stunde bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal ausgetauscht wird. Mittels einer Überprüfung der Luftdichtheit können Undichtheiten (Leckagen) geortet werden. Häufige Leckageorte sind z. B. Bauteilanschlüsse /-durchdringungen, Fensterdichtungen und Installationsöffnungen. International weit verbreitet und anerkannt ist die Luftdurchlässigkeitsmessung durch einen Drucktest bei stationärem Differenzdruck, dem "Blower Door Drucktest". Er wird gemäß den Vorgaben der DIN 4108-7 nach DIN EN 13829 Verfahren A (Nutzungszustand) durchgeführt.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt in dem Wärmeschutznachweis einen rechnerischen Bonus für die nachgewiesene Luftdichtheit, entsprechend der DIN 4108-7. Durch die Reduzie-rung der Lüftungsverluste kann in dem rechnerischen Nachweis nach EnEV die Wärmedämmung des Gebäudes optimiert werden.

Für den Drucktest wird ein Gebläse, die sogenannte Blower Door, luftdicht in den Rahmen einer Außentür eingebaut. Anschließend wird im Gebäude eine Druckdifferenz zur Außenluft (Unter- oder Überdruck) erzeugt. Die Druckdifferenz beträgt fast ausschließlich 50 Pa (Pascal). Prüfdrücke zwischen 10 - 60 Pa entsprechen dem Staudruck auf der Luvseite eines Gebäudes bei Windgeschwindigkeiten zwischen 4 und 10 m/s. An einer Messdüse vor dem Gebläse wird der Volumenstrom in Abhängigkeit vom Differenzdruck mit einer Messgenauigkeit von ± 5 % gemessen. Der Volumenstrom entspricht der Luftmenge, die durch am Gebäude vorhandene Leckagen strömt. Auf diese Weise erhält man ein Maß für die Luftdurchlässigkeit des Gebäudes.

Blower-Door Drucktest
Wird der errechnete Volumenstrom bei einer Druckdifferenz von 50 Pa auf das belüftete Gebäudevolumen bezogen, ergibt sich die Luftdurchlässigkeit n50 [h-1]. Wird der Volumenstrom auf die Gebäudehüllfläche bezogen, erhält man ein flächenbezogenes Ergebnis, das, unabhängig von A/V-Verhältnis, über die Qualität der Luftdichtheitsschicht (z. B. Innenputz auf einer KS-Außenwand) Auskunft gibt. Bei einem normalen Messablauf wird nach dem Einbau der Blower-Door und dem Verschließen aller Gebäudeöffnungen eine Vorabmessung durchgeführt. Sie gibt Auskunft über den vorhandenen Dichtheitsstand. Anschließend erfolgt bei konstantem Unter- bzw. Überdruck von 50 Pa eine Begehung des Gebäudes. Mit geeigneten Hilfsmitteln (Thermoanemometer werden die Leckstellen lokalisiert und möglichst sofort abgedichtet. Abschließend wird eine zweite Messung durchgeführt, deren Ergebnisse in den Prüfbericht aufgenommen werden.

Das Institut für Bauforschung e. V. bietet die Überprüfung der Luftdichtheit durch einen Blower Door Drucktest an. Nach Bedarf messen wir Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser, einzelne Wohnungen oder Räume im Rahmen der Qualitätssicherung oder Bauüberwachung.

Als Messzeitpunkt sollte ein möglichst frühzeitiger Termin vereinbart werden, damit eventuelle Leckagen noch dauerhaft abgedichtet werden können. Voraussetzung ist eine bereits vollständige Luftdichtheitsschicht, d.h. die Roh- und Ausbauarbeiten sollten abgeschlossen sein.
Wenden Sie sich wegen eines Kostenangebots bzw. zwecks Terminabsprache an uns.
Wir helfen Ihnen gern.

Als Leistungen bieten wir neu an:

Blower-Door-Drucktest mit APT( Automatic Performance Testing) – Gerät

Vorteil:
computergestützte Messautomatik bei der Luftdichtheitsmessung mit standardisiertem Messverlauf durch vorprogrammiertes Messverfahren
durch automatische Drehzahlregelung konstante Druckdifferenz während der Leckagesuche
genaueste Messung auch bei windigem Wetter durch Erfassung von 100 Messwertepaaren
Leckagesuche mit Nebelgenerator bei der Überdruckmessung
Lokalisieren von diffusen Leckagequellen ohne Öffnung der Bauteile (zerstörungsfrei)
Visualisierung der Luftströme für eine fotografische Dokumentation

Förderung von Luftdichtheitsmessungen:
Im Fördergebiet des proKlima Fonds (Klimaschutz-Fonds Hannover) in Hannover, Laatzen, Langenhagen, Seelze, Hemmingen und Ronnenberg werden Blower-Door-Messungen mit einem Zuschuss gefördert.

Informationen: proKlima GbR, Ihmeplatz 2, 30449 Hannover, Tel. 0511 / 430-1970


Weiterführende Informationen:

http://energyconservatory.com/4a.html
Internet Adresse des Blower-Door-Herstellers mit ergänzenden Informationen und Abbildungen

http://www.thema-energie.de
Fachinformation der Deutschen Energieagentur zum Thema Energiepsaren